Auto Nummer 2 - der Fiat Jagst!
Das "Huckelchen" (1996-1998)
Baujahr 1969 * 23 PS * 1o7 km/h * 761 ccm Hubraum * ? l/1oo km
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gekauft im Sommer 1996 (175o DM) |
verkauft im Herbst 1998 (5oo DM) |
gekauft mit _______ km |
abgegeben mit _______ km |
Weiteste Fahrt: Griesheim - Gladenbach |
OF - C 1o5o |
Story: Sommer 1996. Schon seit Monaten komme ich auf dem Mainparkplatz, wenn ich mit dem Fahrrad an die Uni fahre, an diesem kleinen Wagen vorbei, der für 22oo DM verkauft werden soll. Gut, ich habe schon einen, aber dieser hier ist nicht nur ein seltener Fiat 6oo, er ist auch noch ein deutscher Fiat (gabs wirklich!) und heißt deshalb Jagst. Zufällig bekomme ich mit, dass er einem Taxikollegen gehört. Wir einigen uns auf 175o DM und ich wurde sein 7. Besitzer. Dieses Auto zieht alle Blicke auf sich... als meine Eltern aus dem Urlaub kommen und den Jagst in der Nähe des Hauses parken sehen, wissen sie gleich, was los ist... mein Chef hat dem Wagen seinen Namen "Huckelchen" gegeben. Er hätte selbst gar nicht reingepasst... Mit 23 PS ist man natürlich nur langsam unterwegs, oft aber auch gar nicht. Das Auto springt schlecht an, produziert Ölpfützen unterm Auto und Wasserpfützen im Auto, hat fast keinen Kofferraum (vorne liegt nämlich schon das Ersatzrad drin, damit ist der Platz halb ausgereizt) und auch sonst genug Macken. Vieles davon ist aber auch gleichzeitig toll: Die winzigen Scheibenwischer werden mit einem kleinen Kippschalter, der direkt rechts vom "Armaturennrett" direkt ins Eisen eingelassen ist, bedient (an/aus), dann hat er einen Choke, der in Art einer zweiten Handbremse in der Wagenmitte am Boden sitzt und das Motörchen aufheulen lässt. Und der Tank ist komplett, also samt Tankstutzen, im Kofferraum - also vorne unter der Haube, die sich nur sehr schwer öffnen lässt, weil der Entriegelungshebel im Innern des Wagens auch schon fast 3o Jahre alt ist. Ungeteilte Aufmerksamkeit an der Tankstelle, aber gar nicht so gut, wenns nicht klappt. Einmal habe ich von Offenbach aus Martin in Griesheim abgeholt, um dann nach Gladenbach (Raum Marburg) zu zuckeln... eine Weltreise mit so einem kleinen Auto. Ein seltsames Erlebnis war es, als ich mit meinem Zitronentörtchen durch Offenbach fuhr und plötzlich mein Huckelchen vor mir über die Kreuzung fuhr - einen kurzen Moment hatte ich vergessen, dass es gerade an Holger ausgeliehen war. Auch Conny durfte ihn mal fahren, aber ansonsten war Verleihen eher eine Ausnahme - nicht ganz ohne Grund. Das Huckelchen erschreckte mich und meine Beifahrerin fast zu Tode, als ich beim Wegfahren an einer Hangstraße (Fahrtrichtung bergauf) noch in eine Einfahrt hinein wenden wollte, um dann bergab zur Hauptstraße runterzufahren. Ich hätte stattdessen auch vorwärts einen Bogen um den nächsten Block fahren können. Das Auto fuhr fast ungebremst in die Absperrkette - die Bremsflüssigkeit war während des Parkens ausgelaufen. Ich hätte also unten an der Hauptstraße nicht bremsen können und wäre mitten in den Querverkehr hineingefahren.... da waren wir dann doch ziemlich dankbar. Im Laufe der 2 Jahre wurde aber nicht nur die Bremsflüssigkeit, sondern auch die Frontscheibendichtung ausgetauscht - mit dem Erfolg, dass es eher noch mehr ins Auto hineinsickerte als vorher. Der nächste TÜV fiel ziemlich genau zusammen mit meinem Umzug in die eigene Wohnung, und da ich mir außerdem gerade noch ein richtiges Auto, den Renault, angelacht hatte verkaufte ich das Huckelchen schweren Herzens, aber doch auch erleichtert für 5oo Mark an den Arbeitskollegen eines Nachbarn, der ihn wieder herrichten wollte. Ab und zu sieht man den Wagen dunkelblau in Fechenheim. Das mit dem Renault brachte mir übrigens den hartnäckigen und zweifelhaften Ruf ein, der Mann mit den drei Autos zu sein.... dabei waren das nur ein paar Wochen... hier gehts zum Auto Nr.3, dem  Renault!

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